Sofiane Sehili lebt im Südwesten Frankreichs und seine Abenteuerlust reicht weiter zurück als seine Leidenschaft fürs Radfahren – ein Sport, zu dem er eher zufällig auf einer Rucksackreise 2009 durch Südostasien kam. Genervt vom langen Sitzen in Überlandbussen und auf der Suche nach mehr Abenteuer kaufte Sofiane in einem Laden im Norden von Laos ein gebrauchtes Mountainbike – eine Entscheidung, die damals ganz einfach schien. Oder wie er es ausdrückt:
„Es gab keinen Plan. Ich habe mir einfach ein Fahrrad gekauft und bin losgefahren. Die erste Fahrt war nur 60 km lang. Ein billiges, altes, ramponiertes Mountainbike, das ich im Norden von Laos gemietet habe, und mein Leben nahm eine Wendung zum Besseren.“
Rückblickend ist leicht zu erkennen, wie wichtig dieser zufällige 100-Dollar-Kauf für Sofianes Zukunft war. Ob es nun der Wunsch war, weitere Busfahrten zu vermeiden, oder das Schicksal, das ihn auf seinen heutigen Weg geführt hat, für Sehili ist das Ergebnis unausweichlich.
„Wenn ich heute darüber nachdenke, weiß ich tief im Inneren, dass es so kommen musste. Ich bin dafür gemacht, Fahrrad zu fahren; es war nur eine Frage der Zeit, bis ich meinen wahren Zweck gefunden habe. Und es ist etwas ganz Besonderes, sein Leben mit der Überzeugung zu leben, genau das zu tun, was man tun soll.“
Diese erste Fahrt führte zu einer zweiten, dann zu einer dritten. Auf Laos folgten Kambodscha, dann Myanmar, Thailand, Malaysia und weitere Länder. Dann, wie bei vielen Wettbewerben seither, hörte Sofiane einfach nicht auf.
Auf dem Bild: Sofianes zweite Radtour in Südostasien, 2011